Die Tagebücher des Friedrich Kellner

Die Tagebücher des Friedrich Kellner

15.11.2020 in Jura & Lehre

Eine virtuelle 360°Ausstellung zum Thema „Justiz und Nationalsozialismus“

Am 12. November 2020 wurde eine Ausstellung mit dem Titel „Die Tagebücher des Justizinspektors Friedrich Kellner – Vom Widerstand eines Einzelnen und der Propagandagläubigkeit der Masse“ an der Fachhochschule für Rechtspflege Nordrhein-Westfalen online eröffnet.

Online-Eröffnung der Ausstellung mit einem Grußwort von Dirk Wedel,
Staatssekretär des Ministeriums der Justiz Nordrhein-Westfalen

Wer war Friedrich Kellner?

Die Tagebücher des Friedrich Kellner wurden erst 2011 veröffentlicht. Die allseits bekannten Tagebücher der Anne Frank und des Romanistikprofessors Victor Klemperer erzählen vom zwölf Jahre dauernden „Tausendjährigen Reich” aus der Perspektive von unmittelbar Verfolgten. Friedrich Kellner war als SPD-Mitglied zwar Gegner des Nationalsozialismus, jedoch kein Verfolgter des Regimes und berichtete daher aus dem Alltag einer normalen, kleinbürgerlichen Familie in einer Kleinstadt der hessischen Provinz. Friedrich Kellner war Gerichtsschreiber, Justizsekretär, Urkundsbeamter der Geschäftsstelle, dann Justizinspektor, Rechtspfleger und Geschäftsleiter eines kleinen Amtsgerichts. Seine Tagebuchaufzeichnungen bestehen zu einem großen Teil aus der Auswertung zeitgenössischer Presseartikel, welche teilweise im Original des Tagebuches in einer Art Collage-Technik verarbeitet wurden. Es entsteht damit ein dichtes Bild des Alltags im Dritten Reich aus der Sicht eines Normalbürgers.

Friedrich Keller und seine Tagebücher von 1939-1945

Die Mitglieder der Arbeitsgruppe „Justiz und Nationalsozialismus“ haben sich entschieden, das umfangreiche Textmaterial aus den Tagebüchern für eine Plakat-Ausstellung aufzubereiten, damit auch diejenigen einen Zugang zu den persönlichen Erfahrungen Friedrich Kellners erhalten, die nicht das gesamte Werk lesen wollen.

Wo ist die Ausstellung zu sehen?

Wegen Corona drohte nun diese bemerkenswerte Ausstellung auszufallen. Ich habe sie in die virtuelle Welt gerettet und als 360°Rundgang mit zahlreichen Audiokommentaren realisiert.

Übersicht zu den virtuellen Räumen der 360°Ausstellung

Die Ausstellung ist frei zugänglich und kann online besucht werden auf:

https://hoed-digital.de/fhrnrw/ausstellung/

  1. Andreas Dormann - 28.11.2020

    Mehr als 1.000 Besucherinnen und Besucher in nur zwei Wochen – was für eine großartige Resonanz!

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